Tonstudio

Ein Tonstudio kann sehr unterschiedlich aussehen. Alle Arten haben jedoch denselben Kern gemein: Grundsätzlich dient ein Tonstudio dazu, Aufnahmen von Schallquellen zu machen. Typische Beispiele hierfür sind das Recording einer Band oder die Musikproduktion elektronischer Musik. Ein Homerecording Tonstudio kann aber ebenso dazu genutzt werden, Sprachaufnahmen zu tätigen oder Sound Design im weitesten Sinne für Hörfunk, Fernsehen oder Film zu machen.

Eine sehr moderne Art von Tonstudio beschäftigt sich mit der Kreation von Soundeffekten für Games und Computerspiele. Auch die Erstellung von Jingles oder Klingeltönen gehören zu den Aufgaben im modernen Tonstudio.

Diese Webseite beschäftigt sich mit der heimischen Musikproduktion, dem so genannten Homerecording. Hier lassen sich folgende Unterarten unterscheiden:

 

Portables Studio

Diese lassen sich auch als Alles-in-einer-Box-Lösung bezeichnen. In einem portablen Studio finden sich fast alle notwendigen Bestandteile für Homerecording Bedürfnisse, sie vereinen alles in einem portablen Gerät. Einzig die Soundquelle (Sänger, Musikinstrument), ein Mikrofon oder die Studiomonitore fehlen bei diesem System.

Das portable Studio bietet hierzu alle Eingänge, Ausgänge sowie die Musiksoftware, um die eigene Musik aufzuzeichnen.

 

Computerbasiertes Studio

Diese Lösung ähnelt der erstgenannten mit dem Unterschied, dass die Verarbeitung der Aufnahmen (das Abmischen und Editieren) vom Audio Computer übernommen werden. Auch bei diesem System müssen noch Musikintrumente, Mikrofon und Studiomonitore hinzugefügt werden.

Diese Art dürfte aktuell wohl die am weitesten verbreitete Lösung in Sachen Homerecording Tonstudio sein. Der gesamte Aufnahmeprozess geschieht hier im Audio Computer durch die hinzugekaufte Musiksoftware.

 

Standalone Tonstudio

In dieser Variante sind alle Geräte voneinander getrennt und ergeben erst durch die Verkabelung die für Musikproduktionen notwendige Infrastruktur. Diese Lösung ist genau richtig für die Leute, die bereits einige Geräte besitzen und ihr Homerecording Studio zu einer voll funkionalen Arbeitsumgebung für Aufnahmen ausbauen wollen.

Natürlich lassen sich diese drei Typen von heimischen Tonstudios beliebig kombinieren. Zum Beispiel kann man sich ein portables Gerät kaufen und die Power eines Computers hinzufügen. Oder sollte ein Computer bereits Teil des eigenen Homerecording Studios sein, so lässt sich sehr einfach ein externer Synthesizer in das System integieren.

Die Unterschiede zwischen den drei genannten Lösungen sind die Kosten für die Anschaffung und der Aufwand für die Instandhaltung.

Es ist auch wichtig darauf hinzuweisen, dass Standalone Studios einfacher upzugraden sind als die beiden anderen Lösungen. Portable Studios neigen eher dazu, schnell überholt zu sein und haben gewisse Limitationen für mögliche Erweiterungen.

 

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Musik Equipment

Die Komponenten sind das Herz im Homerecording Tonstudio. Obwohl beim Aufbau eines Tonstudios für Homerecording eine Menge möglich ist, gibt es einige essentielle Komponenten, die für die Funktion benötigt werden.

 

Was gehört in ein Tonstudio?

Der Audio Computer
Ob PC oder Mac bleibt sich gleich. Wichtig ist nur, dass er die Mindestanforderungen des Sequenzer-Programms erfüllt. CPU und Arbeitsspeicher sind für die Performance elementar, eine üppig dimensionierte Festplatte bietet genug Platz für Aufnahmen.

Die Soundkarte / Audio Inteface
Die Soundkarte kann Bestandteil des Computers (zum Beispiel PCI Steckkarte) oder als externes Audio Interface ausgeführt sein. Die Aufgabe der Soundkarte ist die Verarbeitung von analogen und digitalen akustischen Signale.

Der Sequencer
Das Sequencer-Programm dient zum Aufnehmen, Arrangieren und Editieren der Musik. Früher konnten Sequencer nur mit MIDI umgehen, heutzutage haben sich die Programme zu echten Musikproduktionsumgebungen entwickelt, die auch mit Audio umgehen können.

Studiomonitore / Monitorboxen / Lautsprecher
Es gibt zwei verschiedene Arten von Monitorboxen: aktive und passive. Aktive Studiomonitore haben eine integrierte Endstufe und kosten dadurch mehr als die passive Variante. Diese kommen ohne passende Endstufe, so dass Du Dir noch einen Verstärker kaufen musst.
Studiomonitore gibt es als aktive oder passive Lautsprecher. Der Unterschied besteht darin, dass aktive Studiomonitore bereits einen eingebauten Verstärker haben und daher auch etwas teurer in der Anschaffung sind.

Soundquellen
Um etwas aufzunehmen wirst Du ein Mikrofon, Instrumente und einen Klangerzeuger benötigen. Am Anfang benötigst Du zwar nicht alle sofort, aber sie eröffnen Dir eine Menge Möglichkeiten um loszulegen.
Mit einem Mikrofon kannst Du nicht nur Stimmen aufnehmen, sondern auch die verschiedenen Instrumente. Wenn Du nur einen Klangerzeuger hast, wirst Du keine anderen Instrumente aufnehmen können.

Das Mischpult
Das Mischpult wird dazu genutzt, um die Aufnahmequelle mit der Soundkarte oder dem Audio Interface zu verbinden und die Aufnahmepegel festzulegen. Es ist nicht zwingend notwendig, ein externes Mischpult zu erwerben, da die meiste Musiksoftware eingebaute Mixer mitbringt. Am Ende des Tages ist es eine persönliche Präferenz.

Effektgeräte
Signalprozessoren oder auch Effektgeräte können entweder in Form von Hardware oder auch als Plugins genutzt werden. Auch hier kommt es wieder auf die persönliche Präferenz an. Grundsätzlich stehen Equalizer wie parametrische oder grafische, Dynamikeffekte wie Kompressor, Gate und Limiter, andere Effekte wie Hall, Reverb, Delay oder zeitbasierte Modulationseffekte wie Chorus, Phaser oder Flanger zur Verfügung.

 

Grundausstattung für dein Homerecording Tonstudio

Wenn es um die Grundausstattung für das heimische Homerecording Tonstudio geht, dann ist das nachstehende Musik Equipment von besonderer Wichtigkeit. Je nach Musikrichtung kann die Ausstattung variieren oder teilweise weggelassen werden. In den meisten Fällen sollte aber die nachstehende Liste akurat sein.

 

Musik Equipment kaufen für das Homerecording Tonstudio

Wenn es darum geht, das Musik Equipment für dein Homerecording Tonstudio zu kaufen, dann solltest Du dies im Hinterkopf behalten: Der Markt für Musikinstrumente und Musik Equipment ist ein Käufermarkt. Nutze also alle dir zur Verfügung stehenden Ressourcen, um dich in Sachen Tonstudiotechnik zu informieren. Lies Testberichte in Foren und Fachmagazinen und beachte dabei, dass Printmedien meistens von den Herstellern gesponsort werden.

Oftmals kannst Du dir das Musik Equipment im Fachhandel für einige Tage leihen, um dir selbst einen Eindruck zu verschaffen. Wahrscheinlich wirst Du zu Anfang auch nicht genügend Budget haben, um dir das gesamte Musik Equipment für dein Tonstudio auf einmal zu leisten.

In diesem Fall brauchst Du nur einen Audio Computer, die passende Musiksoftware und ein Mikrofon. Die restlichen Geräte kannst Du dann nach und nach kaufen.

Homerecording Studio

Homerecording ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden und verdrängt nach und nach die hochwertigen Tonstudios aus dem Geschäft. Durch den stetigen Preisverfall von Computern für den Heimgebrauch und den immer billiger werdenden Komponenten für Homerecording (das Musik Equipment) ist es heutzutage möglich, ein Projekt im eigenen Homerecording Tonstudio aufzunehmen, zu mischen und zu mastern. Eine Musikproduktion kann in den eigenen vier Wänden sogar bis zum finalen Produkt erarbeitet werden.

 

Trends im Homerecording

Vor den Zeiten von Homerecording wurde zur Musikproduktion magnetische Technologie genutzt: es wurde auf teurem analogen Band aufgenommen. Allein die Anschaffung einer analogen Bandmaschine machte Homerecording fast unmöglich und die Editierung von Aufnahmen im professionellem Tonstudio war sehr langsam im Vergleich zu heute.

Analoges Band hat einen charakteristischen Sound, der bis zum heutigen Tag schwer durch das moderne, digitale Band und die heute verwendeten DAWs (Digital Audio Workstation) zu emulieren ist.

Nach dem analogen Band kamen zwei unterschiedliche digitale Formen von Bändern: das ADAT und das DAT. Das ADAT ist ein Achtspur Aufnahmegerät, das normale VHS Videobänder zum Speichern der Audiosignale nutzt. Die wesentliche Limitation von ADAT sind die acht Spuren, denn möchte man mehr als nur acht Spuren aufnehmen, so muss man mehrere ADAT-Maschinen miteinander koppeln.

Das zweite digitale Format ist das DAT (Digital Audio Tape), das ähnlich zum ADAT ist. Im Gegensatz zu diesem sind die Kassetten deutlich kleiner und halten zudem auch noch länger ohne Qualitätsverluste.

In den Zeiten von Homerecording werden die Aufnahmen entweder auf digitalen Bändern – oder heutzutage eher üblich – auf den Festplatten eines Audio Computer (DAW) gespeichert. Schliesslich werden sie auf CDs oder DVDs gebrannt.

Im professionellen Bereich gibt es noch immer einige Puristen, die die Vorzüge von analogem Band zumindest noch bei der Aufnahme bevorzugen. Ähnlich wie beim Homerecording will aber heute fast keiner mehr auf die Vorteile eines Computers und der Recording-Software beim Editieren und Bearbeiten verzichten.

 

Homerecording: Die Vorteile

Es gibt viele Vorteile, die für Homerecording sprechen und das wahrscheinlich herausstechende Argument dafür dürten die Kosten sein. Aufnahmen in einem großen Tonstudio sind teuer, denn Zeit ist Geld.
In einem externen Tonstudio fehlt einfach die Flexibilität, um den eigenen Ideen freien Lauf zu lassen. Normalerweise geht man mit fertig komponierten und arrangierten Songs ins Tonstudio und versucht diese mit möglichst wenig Takes aufzunehmen.

Beim Homerecording hingegen kann man der eigenen Kreativität überall hin folgen, denn die Aufnahmen auf die heimische Festplatte ist nicht nur sehr preisgünstig, sondern kostenlos und so gut wie unlimitiert.

Homerecording erlaubt, einen Song immer und immer wieder neu zu öffnen, zu bearbeiten oder neu abzumischen – so lange bis er genau so klingt, wie man es sich wünscht. Der einzige echte Kostenfaktor ist die in das Projekt investierte Zeit und Mühe.

Dein Homerecording Studio kannst Du ganz nach Deinen eigenen Vorstellungen zusammenstellen. Die Ausstattung Deines Homerecording Studios richtet sich nach dem verfügbaren Budget und den Bedüfnissen bei der Musikproduktion. Eine weitere Stärke des heimischen Tonstudios ist sicherlich auch die Möglichkeit, mit der Zeit zu wachsen und sich gemeinsam mit den eigenen Talenten zu verbessern.